Code of Ethics: Der Sinn und Zweck von Verhaltensregeln im Direktvertrieb und Network-Marketing.Ein Plädoyer zum fairem Umgang miteinander-von Prof. Dr. Michael M. Zacharias
Der Direktvertrieb hat in den letzten 20 Jahren ein starkes Wachstum im Vergleich zu vielen anderen Vertriebsformen weltweit erzielt. Alle Beobachter sind sich darüber im Klaren, dass dieses rasante Wachstum nicht nur in den dynamischen Wachstumsregionen in Asien und in den sogenannten BRIC-Staaten weiter gehen wird, sondern auch in den etablierten Staaten des Direktvertriebs wie Amerika und Europa.
Nur ein Beispiel: Wenn wir den Markt USA mit dem deutschen Markt vergleichen, so haben wir ein Verhältnis von 1:5, d.h. im Vergleich zur USA könnten wir fünfmal mehr Vertriebspartner in Deutschland haben, erst dann wären wir im Verhältnis zur Marktdurchdringung auf dem gleichen Stand im Direktvertrieb wie die USA heute.
Ein entscheidender Faktor für das weitere Wachstum der Branche ist das
Vorhandensein und der weitere Aufbau eines positiven öffentlichen
Images. Bezüglich des Imageaufbaus scheint sich aber im Augenblick in
der Branche in Deutschland genau das Gegenteil abzuspielen: Wie immer
wieder zu hören ist, wird mit allen Mitteln versucht, hochrangige
Vertriebspartner und möglichst ganze Strukturen verschiedener
erfolgreicher Direktvertriebsunternehmen abzuwerben. Dabei werden – wie
verschiedene Unternehmen berichten – auch unlautere Mittel eingesetzt,
wie sie im Code of Ethics (das ist der weltweit gültige
Verhaltensstandard seriöser und erfolgreicher Unternehmen im
Direktvertrieb) als absolut unlauter, verwerflich und rufschädigend für
die Branche eigestuft werden. Wörtlich heißt es in diesen Regeln:
„Unlauteres Abwerben von Vertriebspartnern eines anderen
Mit¬gliedsunternehmens wird unterlassen und in keiner Weise
unter¬stützt. Dies gilt insbesondere für:
-
Das Abwerben ganzer Strukturen durch gleichzeitige systema¬tische
Ansprache mehrere Vertriebspartner (z.B.: „Massen¬Mailings“,
„Abtelefonieren von Rufnummernlisten“ etc.)
- Negative oder herabsetzende Äußerungen über andere
Mit¬gliedsunternehmen, insbesondere über die Verdienst- und
Geschäftsmöglichkeiten sowie über die Produkte
- Das Verleiten zum Vertragsbruch
- Das Anbieten und Bezahlen von Geldbeträgen an Vertriebspartner als
Gegenleistung für einen Wechsel („Kopfgelder“)
- Die Ansprache von Vertriebspartnern im Namen des anderen
Mitgliedsunternehmens mit dem Ziel, sie für das eigene Unter¬nehmen zu
gewinnen“ (Zitat aus dem Code of Ethics des Unternehmensverbandes
Direktvertrieb, der auf den Weltstandards basiert.)
Wenn ein Unternehmen und seine Mitarbeiter diese unlauteren Methoden
einsetzen, so wird dies am Ende auf denjenigen, der sie einsetzt,
zurückfallen: Denn Vertriebspartner, die auf diese Methoden
hereinfallen, verlieren ihre Glaubwürdigkeit gegenüber ihrer eigenen
Struktur und ihren Kunden.
Basis eines langfristigen und damit sicheren Geschäfts ist das
Vertrauensverhältnis zwischen den Vertriebspartnern untereinander und
gegenüber ihrem Unternehmen. Wenn auch manche Menschen aus Profitgier
auf unseriöse und häufig auch nicht haltbare Versprechen solcher
systematischen Abwerbungsmethoden hereinfallen, dann tun sie sich in der
Regel keinen Gefallen. Denn diejenigen, die diese Methoden gegenüber
Wettbewerbern verwenden, werden morgen die gleichen Methoden gegenüber
ihren eigenen Vertriebspartnern einsetzen; denn ein seriöses,
langfristig erfolgreiches und mit einer klaren Wachstumsperspektive
versehenes Direktvertriebsunternehmen hat es nicht nötig, derartige
Methoden zur Gewinnung von Vertriebspartnern und damit zum Erzielen von
Umsatzwachstum einzusetzen. Die gelebte Kultur in einem
Direktvertriebsunternehmen entscheidet letztlich über das langfristige
Bestehen in dieser Branche, wie die Beispiele aus der Praxis
erfolgreicher Unternehmen der letzten 50 Jahre belegen.
Ich kann deswegen zum Abschluss nur appellieren, dass sich alle
Beteiligten im Sinne der „…Pflege des Ansehens des
Direktvertriebes und des Network-Marketings“ an die allgemeinen
Grundsätze des Code of Ethics halten und „…untereinander ungeachtet der
bestehenden Wettbewerbssituation die Grundsätze der Fairness und
Lauterkeit“ beachten.
Prof. Dr. Michael M. Zacharias Worms, den 25. April
2010 www.branchenreport.eu
Mitglieder des BVNM halten sich an die verbandseigenen Verhaltensstandards und leisten damit ihren Beitrag für mehr Ansehen für ein zukunftweisendes Network Marketing.
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